Warum es bei Hundebegegnungen an der Leine schneller knallt – und was du dagegen tun kannst.

Denkst du auch gleich an kleine Hündchen außer Rand und Band an der Flexileine? Für dich sind Hunde, die einfach ohne Leine auf euch zukommen, schon eine Herausforderung – aber die Hundehalter*innen, die einfach mit ihrem Hund an der Leine auf dich und deinen Hund zusteuern, sind auch nicht besser. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Situation kippt, ist an der Leine größer als ohne. Dafür gibt es verschiedene Gründe, die du kennen solltest.

1. Keinen Spielraum?

Dein Hund ist an der Leine in seiner Bewegung eingeschränkt – je nach Leinenlänge natürlich. Nur weiß dein Hund genau, wie viel Spielraum er hat.

Körperliche Einschränkung sorgt dafür, dass dein Hund nicht so kann, wie er will. Möchte er Abstand zum anderen Hund nehmen, wird er durch die Leine behindert. Das kann deinen Hund frustrieren, ihn stressen und/oder ihm Angst machen.

Eine längere Leine kann da zwar hilfreich sein, nur kannst du deinem Hund auch nicht immer die komplette Länge zugestehen – denn ein Fußweg ist auch nicht unendlich breit, damit dein Hund Platz zum Ausweichen hat.

Deine Aufmerksamkeit ist gefragt!

Deshalb ist bei Hundekontakt an der Leine sehr viel Aufmerksamkeit von dir gefragt und du musst geschickt mit der Leine umgehen können. Ich persönliche rate nicht generell von Kontakt an der Leine ab, aber es muss immer im Einzelfall entschieden werden, ob es passt und wenn dein Hund schnell hin- und herhüpft im Hundekontakt, ist das Einwickeln vorprogrammiert.

Was deinem Hund helfen kann

Trainiere mit deinem Hund auf Signal, dass er weiter laufen kann. Und nicht direkt mit jedem Hund anfängt wild loszurennen, auch wenn es mal zum Kontakt der Leine kommt. Mit einem Weiter-Signal kannst du deinem Hund auch eine Strategie geben statt sich über den anderen Hund aufzuregen oder zur Salzsäule zu erstarren.

2. Eine frustrierende Sache?

Hunde, die sich in ihrer Bewegung eingeschränkt fühlen, sind meist schnell frustriert. Frustration sorgt für eine hohe Erregung und kann Aggressionsverhalten auslösen. Wie schnell dein Hund frustriert ist, hängt in erster Linie von seiner Persönlichkeit ab und in zweiter Linie davon, wie gut du schon an seiner Frustrationstoleranz gearbeitet hast (die ist nämlich nicht unendlich ausbaubar).  Denk an Menschen, die im Stau stehen und gerade nicht schnell genug nach Hause kommen – viele von ihnen fangen an zu schimpfen oder regen sich über das Auto vor ihnen auf. Genau das passiert bei deinem Hund und es ist schwer, sich in diesem Moment selbst zu regulieren. Sobald dein Hund in diesem Moment in Stress gerät, wird seine Impulskontrolle schlechter.

Lesetipp: 3 Dinge, die du über Impulskontrolle beim Hund wissen solltest

Was deinem Hund helfen kann

Kenne deinen Hund! Wenn du weißt, dass dein Hund schnell frustriert ist und es dann Probleme mit anderen Hunden gibt, bringe ihn nicht in solche Situationen. Zumindest solange er diesen Situationen noch nicht gewachsen ist.

Und auch da kann dir ein Signal zum Weitergehen helfen, denn bevor dein Hund eine doofe Entscheidung treffen kann, geht ihr schon gemeinsam weiter.

Lesetipp: So kannst du bei deinem Hund Impulskontrolle aufbauen

3. Welche Erfahrungen hat dein Hund schon gesammelt?

Dein Hund hat an der Leine schon die Erfahrung gemacht, dass Hundebegegnungen nicht der Knaller sind. Oder er ist eh schnell frustriert und hat die Leine mit hoher Erregung verknüpft, so gerät er schon mit hoher Erregung in die Begegnung und es wird nicht gut gehen.

Was deinem Hund helfen kann

Lösung: Schaffe für deinen Hund neue und vor allem viele gute Erfahrungen – an der Leine in der Nähe von anderen Hunden. Wenn du dir wünschst, dass dein Hund auch an der Leine besser mit anderen Hunden zurecht kommt, reicht es nicht nur im Freilauf mit deinem Hund zu trainieren.

Lesetipp: Warum dein Hund noch bei Hundebegegnungen an der Leine ausflippt

So gehe ich mit Hundebegegnungen an der Leine um

Ich verzichte generell auf Leinenkontakt, wenn ich mit beiden Hunden unterwegs bin. Die Gefahr einen Einwickelns ist mir einfach zu hoch und es passt einfach nicht. Mit beiden Hunden gehe ich dann an die Seite und lasse die anderen vorbei. Lässt es der Platz zu, gehe ich in Abstand vorbei – das mache ich vom Gegenüber abhängig und wie ich den anderen Hund einschätze. Ich mache es nämlich anderen Hunden und ihren Menschen gern leicht. Die Körpersprache von den eigenen und auch entgegenkommenden Hunden einschätzen zu können ist der Schlüssel, um eine Situation zu managen und auch für ein durchdachtes und erfolgreiches Training. Dein Hund sollte die Chance bekommen, neue und bessere Strategien zu lernen und das braucht Wiederholungen. Dafür solltest du den Raum schaffen.

Manchmal sind Hundebegegnungen an der Leine aber auch okay!

Mit Paco allein sind Leinenkontakte hingegen kein großes Thema – er schnüffelt kurz und dann können wir weitergehen. Selbst wenn er einen anderen Hund sehr sympathisch findet, ist er ansprechbar und wir können auf Signal weitergehen. Da ich aber nur sehr selten mit Paco allein unterwegs bin und Paco auch keine aufdringlichen Hunde mag, wenn er an der Leine ist, kommt es dennoch so gut wie nie vor. Und auch da lasse ich nur Kontakt zu, wenn es für den anderen Hund okay ist. Die Körpersprache des anderen Hundes und auch von Paco behalte ich deshalb immer im Blick und entscheide in jeder Situation neu, ob es passend ist.

Lesetipp: Darf mein Hund mal Hallo sagen?

Fazit

Eine Voraussetzung für gelungene Hundekontakte ist, dass du auf die Körpersprache deines Hundes und auch des oder der anderen Hunde achtest. Wenn du diese im Blick hast und einschätzen kannst, kannst du schnell eine Entscheidung treffen. Nur so weißt du, ob du den Kontakt zum anderen Hund zulassen kannst – egal, ob mit oder ohne Leine.

P.S. Reg dich nicht so oft über Hundehalter*innen auf, die das alles nicht so umsetzen wie du. Ändern kannst du diese Menschen nicht – du kannst mit gutem Beispiel vorangehen und dich über herausfordernde Trainingssituationen freuen. 😉

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