5 Gründe, warum dein Hund Kommandos und Signale nicht ausführt

Warum schafft es dein Hund nur ab und zu deine Kommandos und Signale auszuführen? Manchmal schnüffelt er einfach weiter. Scheint nichts zu hören. Oder interessiert es ihn nicht? Oft denken wir uns dann der Hund sei bockig, stur, dominant oder einfach nur doof. Aber ich bin mir sicher, dass es immer an einem der folgenden Gründe liegt…

1. Grund: Dein Hund hat seine Augen und Ohren woanders.

Jeder Hund ist individuell und so auch, was Hunde so interessiert und auf welche Ablenkungen sie anspringen. In den Augen des Hundes sind Ablenkungen wichtige Dinge, auf die unbedingt die Aufmerksamkeit gerichtet werden muss. Für uns Hundehalter*innen sind Ablenkungen in vielen Fällen nutzlose Störungen… und oft ist so, dass dein Hund Kommandos und Signale nicht ausführt, weil eine Ablenkung im Spiel ist.

Trainiere an Ablenkungen!

Damit dein Hund auch bei Ablenkungen auf dich und deine Signale reagiert, solltest du kleinschrittig an Ablenkungen mit ihm üben. Nachdem dein Hund etwas im Wohnzimmer und im Garten gut kann, solltest du langsam die Schwierigkeitsstufe steigern. Zu Beginn sollten die Ablenkungen noch weit weg sein und dann kannst du Stück für Stück näher rangehen oder auch schwierige Ablenkungen dazu nehmen. Außerdem sollte es sich lohnen, wenn dein Hund mitarbeiten kann und damit Selbstkontrolle an Ablenkungen zeigt. Um an Ablenkungen trainieren zu können, lohnt sich etwas Struktur im Training: Deshalb überlege, an welchen Ablenkungen du Kommandos und Signale trainieren solltest und wie du so einfach anfängst, dass dein Hund erfolgreich mitarbeiten kann.

Lesetipp: Im Training ein Musterschüler, im Alltag klappt es nicht.

2. Grund: Dein Hund hat keinen Bock.

Hunde kommen nicht auf die Welt und finden es logisch stehen zu bleiben oder zu sitzen, wenn Menschen das wollen. Und in vielen Fällen wollen wir Menschen das genau dann, wenn der Hund zum Beispiel gern einem Reh hinterher düsen würde. Und das Hundegehirn wird abwägen – Reh oder na, was hast du deinem Hund dann zu bieten?

Wenn du ab und zu die Kommandos und Signale mit langweiligen Trockenfutter belohnst und dann ab und zu nochmal den Kopf deines Hundes tätschelst, wirst du wahrscheinlich bei ca. ein bis drei Prozent der Hunde Erfolg haben. Diese ein bis drei Prozent werden dann die Signale immer (oder sagen wir in 99 Prozent der Fälle) ausführen. Der Rest der Hunde wird sich für das Reh entscheiden. Ausklammern sollten wir bei der Rechnung noch Hunde, die sich nicht für Rehe interessieren – die wollen eh den trockenen Keks in deiner Hand. 😉

Es muss sich für deinen Hund lohnen, wenn der Kommandos und Signale ausführt.

Motiviere deinen Hund mit verschiedenen Belohnungen!

Schon beim Aufbau von Kommandos und Signalen solltest du mit verschiedenen Belohnungen arbeiten. Eine Belohnung erhält der Hund, wenn er ein Verhalten in deinen Augen richtig ausgeführt hat. Sie dient nicht dazu einen Hund von etwas abzulenken, sondern sie ist sozusagen die Bezahlung für die gezeigte Leistung. Und nebenbei löst sie noch eine gute Stimmung aus und schafft eine positive Interaktion zwischen deinem Hund und dir. So entsteht übrigens eine gute Bindung – ganz besonders wenn du verschiedene Belohnungen nutzt und die Bedürfnisse deines Hundes so gut es geht erfüllst.

Lesetipp: Welche Belohnungen du für ein erfolgreiches Training brauchst

3. Grund: Dein Hund weiß nicht, was du meinst.

Ich habe doch schon 100 Mal Sitz gesagt – er muss das doch kennen. Wie oft höre ich: “Das kann mein Hund.” und dann passiert gar nichts beim Hund? Viele Hunde geben sich Mühe, um zu entschlüsseln, was wir Menschen meinen und oft liegen die Hunde dann sogar richtig. Nach dem Motto: Ein Sitz kann ja nicht verkehrt sein. Wir Menschen sollten uns auch so viel Mühe geben, wenn wir unserem Hund Kommandos und Signale beibringen. Viele Hunde, denen ich schon begegnet bin, konnten zum Beispiel sehr gut sitzen, wenn sie ein Handzeichen gesehen haben. Sobald der Mensch nur das Wortsignal benutzt hat, wussten sie nicht mehr, was gemeint ist.

Sei genau im Aufbau!

Du kannst für deinen Hund Handzeichen/Gesten und auch Wortsignale nutzen. Ich konzentriere mich bei meinen Hunden etwas mehr auf die Wortsignale, damit sie auch reagieren, wenn sie mich nicht sehen können oder gerade woanders hinschauen. Überprüfe bei deinem Hund worauf er besser reagiert, dann kannst du dein Training verändern oder genau so weitermachen. Denn wenn alles gut läuft, dann ändern wir nichts!

Mach dir klar, welches Handzeichen und welches Wortsignal du nutzt und trainiere dann gern beides mit deinem Hund. In meinem Onlinekurs “Das bombensichere Sitz” lernen die Teilnehmer*innen, wie der Hund sich auch hinsetzen kann auf Signal, obwohl sie gerade vor dem Hund tanzen oder ihm den Rücken zuwenden. Denn so ein Schritt ist zur Generalisierung eines Wortsignals sehr wichtig – denn dann kann dein Hund sich auch auf der Wortsignal “Sitz” hinsetzen, wenn du gerade Yoga machst, in die Luft guckst oder nur auf dein Handy starrst.

Lesetipp: So lernt dein Hund

4. Grund: Dein Hund kann gerade nicht.

Allzeit bereit! Das wäre für viele Hundehalter*innen sehr schön. Für mich ehrlich gesagt in manchen Momenten auch. Der Hund soll bitte schnell und sofort alles umsetzen. Das gibt uns Menschen viel Sicherheit, wenn wir uns darauf verlassen können. Nur bleibt der Hund ein Hund. Ein Säugetier mit Emotionen und Bedürfnissen. Und es gibt schlechte Tage – vielleicht tut der Rücken weh, der Boden ist zu nass oder die Steine pieken in den Pfotenballen. Oder dein Hund hat Angst und hält es für eine sehr blöde Idee neben dir Fuß zu laufen, weil er lieber der Gefahr ausweichen möchte. Durch gutes und durchdachtes Training kannst du sicher auch in solchen Situationen einiges rausholen. Ich finde manchmal können wir es auch gut sein lassen. Ich möchte nicht, dass sich meine Hunde hinsetzen, wenn es ihnen weh tut. Da ich sie nicht fragen kann nach ihrer Befindlichkeit, muss ich mich auf meine Beobachtungsgabe verlassen und ich muss meinen Hunden zugestehen, dass sie ein Signal einfach nicht ausführen. Zur Not leine ich meine Hunde einfach an, wenn ich sie sichern muss.

Lass deinen Hund nein sagen!

Mein Ziel ist es, dass die wichtigsten Signale so gut und kleinschrittig trainiert werden, dass sie zu 99% funktionieren. Das eine Prozent lasse ich offen, da ich mit einem Lebewesen trainiere und 100% Sicherheit gibt nicht so oft im Leben.

Außerdem bleibe ich gelassen, wenn meine Hunde ein Signal nicht ausführen. Ich gehe immer davon aus, dass meine Hunde es wollen, aber gerade nicht können. Damit erspare ich mir einen Krieg mit meinen Hunden, denn der beginnt in unseren Kopf. Sobald wir unseren Hund stur oder böse oder blöde nennen, wollen wir es ihm zeigen oder werden traurig. Steckt diese Energie lieber in ein freundliches Training, bei dem der Hund und ihr gemeinsam Spaß habt.

Lesetipp: Was du wissen musst, um Verhalten bei deinem Hund zu verändern

5. Grund: Dein Hund ist zu weit weg.

Manchmal kann dein Hund dich vielleicht nicht hören… okay, das ist ein Scherz. Aber auch das kann vorkommen.

Viele Hunde können Kommandos und Signale sehr gut ausführen, wenn der Mensch direkt vor ihnen steht. Sobald der Mensch dann aber mehrere Meter entfernt ist, passiert beim Hund nichts mehr. Hunde sind oft sehr genau und sobald wir weiter weg von ihnen stehen, wissen sie nicht so ganz, was wir meinen. Aber das kann dein Hund schnell lernen.

Steigere langsam die Distanz zum Hund!

Wenn du mit deinem Hund Kommandos und Signale trainierst, solltest du in kleinen Schritten immer mal wieder etwas Distanz aufbauen. Und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn du gerade mit deinem Hund trainierst und ihm fällt es leicht, dann gehe doch einfach einen halben Schritt von ihm weg und frage nochmal das Signal ab. So kannst du immer mehr Distanz aufbauen und dein Hund wird lernen das Kommando oder Signal auch auszuführen, wenn du nicht direkt vor ihm stehst.

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