Die 4 größten Fehler im Hundetraining und wie du sie vermeiden kannst

Jeden dieser vier Fehler habe ich schon gemacht und konnte sie auch bei meinen Kund*innen beobachten. Dank meiner Hunde und der Tatsache, dass ich als Hundetrainerin mein Training selbst sehr oft reflektieren muss, habe ich Möglichkeiten gefunden, diese Fehler zu vermeiden. Denn Fehler und Probleme schenken uns die Möglichkeit zu lernen.

„Jeder Fehler hat eine Lehre eingebaut.“ Vera F. Birkenbihl

Du findest auch weiterführende Artikel zu jedem Problem – damit kannst du dir genau die Hilfestellung holen, die du brauchst.

 

1. Fehler: Deine Erwartung und die Wirklichkeit

Du wünschst dir, dass dein Hund so toll wird wie sein Vorgänger oder wie der Hund deiner Nachbarin oder doch wie Lassie aus den bekannten Hollywood-Streifen?
Dass Lassie ein Film ist, muss ich dir nicht erklären. Und vom Hund deiner Nachbarin siehst du immer nur Auszüge – kurze Momente. Und bei deinem früheren Seelen-Hund hast du auch einige Jahre an Erziehung und schönen Momenten investieren müssen, damit er sich so toll entwickelt hat. Und wenn du jetzt denkst: “Da musste ich gar nichts tun, er war eben einfach.” Dann weißt du auch, dass du Glück hattest.

Sei ehrlich zu dir, was genau du von deinem Hund erwartest und ob dein Hund in diese Fußstapfen treten kann. Jeder Hund bringt andere Voraussetzungen mit – wie Körperbau, Gesundheit, Alter, Persönlichkeit, bisherige Lernerfahrungen, … . Und du kannst so viel von und durch deinen Hund lernen, wenn du dich auf dieses Abenteuer einlässt.

Lösung:

Mach einen Realitätscheck:

Was ist dir wirklich wichtig? Und was ist wichtig für ein harmonisches Zusammenleben mit deinem Hund? Und woran müsstest du mit deinem Hund arbeiten, damit er deine Erwartungen erfüllen kann und ist es dir das wert?

Wenn du dir jetzt vorstellst, dass dein Zwergpinscher 20 Kilo zunehmen muss, um den Schlitten zu ziehen, weißt du auch, dass manches nicht möglich ist.

Lesetipp: Ziele im Hundetraining

Um glücklicher mit deinem Hund zu werden, empfehle ich dir meine 3 kostenlosen Tipps für ein glückliches Leben mit Hund.

 

2. Fehler – Bitte alles sofort und schnell jetzt.

Als ich meinen Freund gefragt habe, was er für die drei größten Trainingsfehler hält, hat er sofort Ungeduld genannt. Er will nämlich immer schnell zu viel. Oft macht er dann noch Wiederholungen, obwohl Ascii schon müde ist oder beginnt Übersprungverhalten zu zeigen. Oder die Aufgabe, die mein Freund ihm stellt, ist noch zu schwer für ihn. Mein Freund ist sich darüber bewusst – deshalb die Frage: Woran denkst du zuerst, wenn du über Fehler im Training nachdenkst? Dein erster Gedanke zeigt dir vielleicht genau die Sache, in der du wachsen darfst.

Lösung:

Pausen sind wichtig für dich und für deinen Hund. Ascii muss immer darüber schlafen. Letzte Woche durfte er ein neues Intelligenzspielzeug ausprobieren. Er hat es zu Beginn nur angeschaut. Mein Freund hat dann jede Interaktion damit belohnt, damit Ascii sich traut in Aktion zu gehen. Er konnte sich mehrere Tage hintereinander für 3-5 Minuten damit beschäftigen. Jeden Tag kam er dem Ziel ein Stück näher. Nach vier Tagen konnte er ganz allein das Intelligenzspielzeug lösen und kam an das Futter, was sich darin versteckt hat. Und das ohne das Spielzeug mit seinen Zähnen zu zerstören.

Deshalb: Kenne deine Trainingsziele und erschaffe dir Teilschritte. Und schreibe dir als erstes deine Prioritäten auf, damit du dich nicht in 100 Aufgaben verlierst.

 

3. Fehler – Du setzt deinen Hund oder dich unter Druck.

Zu viel auf einmal, zu viel Training und zu hohe Erwartungen sorgen für Druck. Du wirst immer unzufriedener mit deinem Hund und der Spaß geht flöten.

Wenn du frustriert bist, weil es nicht schnell genug voran geht, wirst du auch schnell unfair. Du schimpfst mit deinem Hund oder reagierst genervt. Das schadet der Bindung und dem Vertrauen zwischen deinem Hund und dir. Außerdem konzentrierst du dich dann immer mehr auf die Dinge, die schief laufen und wirst immer unzufriedener.

Lesetipp: 3 Tipps für mehr Spaß mit deinem Hund

Lösung:

Lerne Belohnungen im Training einzusetzen, die deinen Hund motivieren mitzuarbeiten und die euch beiden Spaß machen. So stärkst du die Bindung zwischen deinem Hund und dir, weil ihr gemeinsam eine tolle Zeit verbringt. Je mehr du deinen Hund belohnen kannst, umso weniger musst du Strafe einsetzen und dich über deinen Hund ärgern. Halte außerdem die gemeinsamen Erfolge und schönen Momente in einem Dankbarkeitstagebuch fest, um dich jeden Tag mehr die schönen Dinge zu fokussieren.

Keine Ideen für Belohnungen mit Futter?

Du wünschst dir Abwechslung? Dann findest du hier eine Liste mit 35 Ideen.

Wenn du diese drei Fehler nicht machst, wirst du schneller im Training vorankommen, weil es deinem Hund und dir gut geht und ihr gern zusammen seid.

 

4. Fehler – Du beherrschst dein Trainingswerkzeug nicht.

Das Training mit Hunden ist wie ein Handwerk. Du kannst es lernen – dafür brauchst du etwas Zeit, Spaß und eine gute Anleitung.

Durch die Zeit, die du dir gibst, sammelst du Erfahrung. Durch den Spaß (natürlich dank Belohnungen) wird es dir nicht langweilig und du fühlst dich gut dabei, weil du merkst, dass dein Hund gern mit dir zusammenarbeitet. Und durch eine gute Anleitung ersparst du dir Umwege und öfters auch mal Tränen. Nur wirst du ohne Wiederholungen keine Meister*in. Viele Handgriffe scheinen im ersten Moment kompliziert – denke kurz zurück an den ersten Moment als du eine Leine in der Hand hattest und gleichzeitig deinem Hund noch Leckerlie gegeben wolltest. Mittlerweile kannst du das im Schlaf.

Lösung:

Suche dir für die Anleitung die Unterstützung, die du brauchst. Du weißt, wie du am besten lernst und was für deinen Hund und dich hilfreich ist. Vielleicht ist es Zeit für ein neues Hundebuch, einen Kurs oder persönliche Unterstützung von einer Trainer*in deiner Wahl.

Bei mir bekommst du Anleitungen in:

Bilde dich weiter und sammle Erfahrungen im Training mit deinem Hund. Und suche dir dein Medium, mit dem du am besten lernst oder eine Person, die dich begleiten kann. Reflektiere dein Training und dein Verhalten, um selbstbewusster zu werden und um dich selbst besser kennenzulernen. Wenn du deine Ziele kennst, wirst du sie schneller mit deinem Hund erreichen können.

PS: Außerdem schenke ich dir gern meine Lieblingsübung. Sie liefert dir eine einfache und geniale Anleitung, wie du Probleme lösen kannst. Mit dieser Übung lernst du auch Fehler 3 zu vermeiden.

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